| Problem | Nach langer Standzeit verweigerte mein Tapedeck Onkyo TA-2570seinen Dienst. Tatsächlich hatte ich das Gerät viele Jahre nicht genutzt. Warum eigentlich nicht? Jedenfalls hatte ich meine Musik-Cassetten aus dem Keller hervorgeholt und wollte diese mal wieder durchhören. Aber das 2570 ging sofort in den Fehlermodus... Es lag natürlich die Vermutung nahe, dass „nur“ der Antriebsriemen hinüber war und ersetzt werden müsste. Dass doch etwas mehr zu tun war, zeigt zunächst das unten verfügbare Video, welches die Reparatur zusammengefasst zeigt. Aus über drei Stunden Videomaterial habe ich mal gut 45 Minuten zusammengeschnitten... (das Video kann mit dem zweiten Schalter von rechts vergrößert werden) Die nachfolgenden Fotos sollen die Reparatur sozusagen nochmals „bildlich“ darstellen und das Video ergänzen. Zum Verständnis sollte das Video also vorher angesehen werden. Mit Klick auf die Fotos werden diese in voller Auflösung angezeigt. Hier sehen wir das ausgebaute Laufwerk von vorne. Es fehlen der Wickelmotor, die Wickel und die Capstans (Tonwellen): Hier schauen wir von oben in das Laufwerk und auf die Tonköpfe. In der Mitte sehen wir ein Lämpchen, welches die Hintergrundbeleuchtung der Cassette übernimmt. Damit nichts wegkommt, werden alle Einzelteile in einer Aufbewahrungsbox einsortiert: Auch der der Wickelmotor und die Flywheels (Schwungmassen mit den Tonwellen) werden in einer Kiste aufbewahrt: Hier sehen wird das Laufwerk von hinten. Der Motor links betätigt den Kopfschlitten und die Laufwerksfunktionen. Der größere Motor rechts betreibt den Antriebsriemen, der auf die Flywheels wirkt. Das Laufwerk mit wieder eingebautem Wickelmotor, Wickelteller und Capstans. Auch der Back-Tension-Riemen ist bereits montiert. Ein Blick von oben auf die Wickelmotorwelle und die Ritzel. Das passt so... Alles greift schön ineinander: Auf diesem Foto sind die Flywheels bereits wieder eingesetzt: Allerdings musste der Wickelmotor erneut ausgebaut werden, da er doch noch nicht richtig lief und daher zerlegt werden musste. Auf diesem Detailfoto sieht man deutlich den verschmutzen Kommutator und die verschmutzen Federgleiter (gerne mal auf's Foto klicken!): Die Lauffläche sieht wahrlich nicht (mehr) gut aus:Nach der Reinigung mit Politurpaste für Autolacke und mechanischer Reinigung mit einem Glasfaserradierstift sehen die Kontakte wieder sehr gut aus! Der Kommutator wurde ebenfalls mit Lackpolitur behandelt; den Radierstift habe ich aber nicht verwendet, da ich gobe Riefen befürchtete. Daher ist der Kommutator auch nur semi-sauber geworden. Die Abdeckplatte ist lediglich mit zwei Schrauben befestigt (oben links und rechts): Im Video habe ich die Ertüchtigung der Reflexionsfelder auf der Rückseite der Wickelteller nicht gezeigt, weil dies „filmisch“ ziemlich uninteressant gewesen wäre. Der Input-Level-Regler (der einzelne neben den Tasten) hingegen ließ sich geräuschlos bewegen. Die beiden Rec-Level-Regler unter den Tasten wurden „vorsichtshalber“ ebenfalls in die Wartung aufgenommen (das ist aber unnötig, denn diese Potis wirken sich nicht bei der Live-Wiedergabe aus, sondern stellen bei der Aufnahme lediglich das Eingangssignal ein). Dazu musste die Frontplatte des Decks abgenommen und die Platine aus dem Chassis entnommen werden... ...und die einzelnen Potentiometer aus der Platine ausgelötet werden: So sieht also ein Poti von Innen aus: Hier ein Detailfoto der Schleifer. Diese (und nicht die dunklen Graphitlaufbahnen) sind das Problem!Wie man sieht, ist der Dreifach-Schleifer deutlich oxidiert (und auch die auf dem Foto von oben kommende "Gabel" hat schwarze Kontaktflächen): Nach der Reinigung sehen die Federkontakte wieder gut aus und können das Signal "kratzfrei" weiterleiten: Das Poti von der Lötseite (alle Potis stammen von „Alps Japan“): Zum Öffnen der Potis müssen vier Metallklammern, die die Platine an das Gußeisenteil pressen, aufgehebelt werden:Wenn die eine Seite der Klammer aufgehebelt ist, geht der Rest einfach von statten: Auch die anderen Potis wurde auf diese Weise zerlegt und gereinigt.Nach der Reinigung sehen auch diese Federkontakte wieder gut aus: Aber auch die Schleifbahnen weise etwas "Schmutz" auf, der jedoch leicht abgewischt werden kann: |
| Nachtrag (05.12.2024) |
Nachdem ich im Frühjar 2024 das TA-2570 durch Revision des Wickelmotors und den weiter oben beschriebenen Maßnahmen wiederbeleben konnte, fing nun Anfang Dezember von Jetzt auf Gleich der Kopfschlitten das Zappeln an:
Rauf - runter -rauf... Play-Taste blinkt = Laufwerksfehler! - Tolle Wurst!
Ich hatte schon den unten zu sehenden Assist-Motor (Hub-Motor) in Verdacht, der die Tonkopfbrücke anhebt und die Laufwerkslogik steuert. Aber der drehte einwandfrei. Dann vielleicht doch „nur“ die Kontaktlaschen, die über die vom Assist-Motor angetriebe Nockenwelle auch die Laufwerkslogik bewerkstelligen? Und tatsächlich: Nach der Reinigung der Kontaktflächen funktionierte das Deck wieder einwandfrei!
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