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Onkyo TX-7340

 

Problem Beim Kauf defekter Onkyo TA-2570 und TA-2550 (Bericht dazu folgt 2026) ist mir als Beifang der unten abgebildete Onkyo Receiver TX-7340 „ins Netz“ gegangen. Dabei handelt es sich um ein Gerät aus Mitte der 80er-Jahre, der (international) auch unter der Bezeichnung TX-38 vertrieben worden und mit 8,5 kg ziemlich schwer ist. Auch wenn der TX-7340 nicht zur Integra-Serie gehört, hat er doch eine ansehnliche Anzahl Ein- und Ausgänge:
2 x Tape, 1 x VCR, 1 x VDP (natürlich nur Input), 1 X CD, 1 X Phono und den integrierten Tuner (es stehen also neun Quellen zur Wahl).


Mal davon abgesehen, dass er reichlich verstaubt zu mir gelangt ist und somit wohl die letzten Jahre irgendwo in einem Keller gestanden hat, nahm er ohne Murren beim Einschalten seinen Betrieb auf. Anfänglich knisterte und kratze es etwas beim Betätigen diverse Dreh- und Gleitpotis sowie Umschalter, aber nach erfolgreichem Sendersuchlauf und Belegung einiger der 10 Senderspeicherplätze spielte er einwandfrei auf.

So kam schon direkt Freude auf, denn ein Receiver für meine Elektrowerkstatt kam mir gerade Recht, denn der eigentlich dafür vorgesehen Revox B250 steht noch in meinem „Noch-Zu-Reparieren-Regal“ und wartet dort auf sein Recapping (also den Austausch sämtlicher Kondensatoren).

Allerdings stellte sich heraus, dass der TX-7340 etwas an Demenz leidet, denn der Senderspeicher hatte schon nach etwas mehr als 15 Minuten die gespeicherten Frequenzen wieder „vergessen“. Die Stromversorgung des Senderspeichers wird jedoch nicht mittels einer Stützbatterie oder gar eines Hilfstrafos realisiert, sondern bei Onkyo nannte man das „built-in memory power back-up system“, was aber nichts anderes als ein einfacher Stützkondensator ist, den man auch unter der Bezeichnung „Goldcap“ kennt. Dabei ist „Goldcap“ eigentlich eine Produktbezeichnung der Fa. Panasonic für deren als Doppelschichtkondensator ausgelegte Superkondensatoren; ähnlich wie es den Begriff „Tempo“ für Papiertaschentücher oder „Flex“ für Winkelschleifer gibt.

Zum Glück ist dieser Doppelschichtkondensator (der Ähnlichkeit mit einer etwas zu dick geratenen Knopfbatterie hat) beim TX-7340 nach dem Abnehmen der Abdeckhaube leicht zugänglich, er sitzt nämlich servicefreundlich leicht erreichbar direkt oben auf der Platine hinter der Frontblende:

 

Reparatur

Bei näherer Betrachtung kann man schon erkennen, dass der Kondensator nicht mehr der Frischeste ist, denn es ist bereits Elektrolyt ausgetreten und weißlich angetrocknet (obere Pfeilmarkierung) und die Dichtung ist zerstört (unterer Pfeil):

Im Betrieb wird der Kondensator mit rund 4,8 Volt aufgeladen, nach dem Abschalten des Gerätes fällt die Spannung aber sofort unter 1 Volt und verringert sich innerhalb einer Viertelstunde auf unter 0,1 Volt. So kann das ja auch alles nicht mehr funktionieren.

Laut Service-Manual kann dieser 0,047F/5,5V-Supercap eigentlich für zwei bis vier Wochen (je nach Umgebungskonditionen) den Senderspeicher mit Spannung versorgen. Onkyo rät, das Gerät ein paar Mal im Monat einzuschalten, damit der Kondensator wieder aufgeladen werden kann. Da ich das Gerät aber unter Umständen im Kellerbetrieb auch mal längere Zeit nicht einschalten werde, habe ich Ersatz mit mehr Kapazität (0,22F statt 0,047F) besorgt. Da ich noch im Wohnzimmer und im Büro Onkyo-Tuner mit ebensolchen „Goldcaps“ in Gebrauch habe, habe ich direkt drei davon gekauft - die bei ELNA übrigens „DynaCaps“ heißen::


Hier mal ein Gesamtüberblick über das Innenleben des Receivers; da ist noch richtig 'was 'drin! Auffallend vor allen Dingen der für heutige Verhältnisse große Transformator (vorne rechts) und der große Kühlkörper (Mitte), der die Leistungstransistoren kühlt:

Alt und Neu auf dem „Präsentierteller“: Links der „Alte“ mit nur 0,047 Farad, rechts daneben der „Neue“ mit 0,22 Farad:

Innerhalb weniger Minuten war der alte Superkondensator gegen einen neuen „DynaCap“ vom japanischen Hersteller ELNA getauscht, der nun dafür sorgt, dass der Receiver erst nach drei Monaten (statt alle drei Wochen) eingeschaltet werden muss, damit der Senderspeicher die eingestellten Frequenzen nicht „vergisst“ (hier ist der „Neue“ bereits in die Lötaugen geschoben):

Anschließend wurde der Kondensator festgelötet und kann nun seinen Dienst im TX-7340 verrichten:

Im eingebauten Zustand baut der Stützkondensator etwas dicker auf als sein Vorgänger, passt aber dennoch problemlos zwischen Platine und Display/Front:


Bei Zeiten erhält der Receiver noch eine Generalreinigung; auch wenn er nur ein „Kellerkind“ bleiben und neben meiner Unterhaltung auch zum Testen von reparierten Hifi-Gerätschaften dienen wird.
Möglicherweise hänge ich auch noch ein Tape-Deck, einen CD-Player und einen Plattenspieler 'dran... ;-)

 

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