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Samsung LE40B650

 

Problem Lange Jahre (genaugenommen seit Sommer 2009) hat mich mein LCD-TV LE40B650 von Samsung nicht im Stich gelassen. Seit vielen Jahren verrichtet er in seinem „Altersruhestand“ (immerhin ist er schon über 16 Jahre in Betrieb) nun seinen Dienst im Schlafzimmer. Im Frühjahr 2025 fing er jedoch an, rötliche Farben falsch darzustellen (tasächlich stellte er auch andere Farben nicht korrekt dar, aber das viel im Videobild nicht ganz so prominent auf). Dies steigerte sich im Laufe der darauffolgenden Wochen immer weiter, bis es schließlich Ende Juni nicht mehr akzeptabel war.

Die falsche Farbdarstellung kann man auf dem Foto unten eindrucksvoll erkennen. Irgendwie eine Mischung aus überhöhtem Kontrast und viel zu hoher Farbsättigung:


Eine genaue Beschreibung dieses Fehlers konnte ich im Internet leider nicht finden. Viele Hinweise deuteten jedoch bei Darstellungsfehlern auf das sog. T-Con-Board (also die Platine, die das Timing der LEDs im Panel übernimmt) und hier insbesondere auf den sog. Gamma-Chip (welcher für die Farbdarstellung zuständig ist) auf dieser Platine.

 

Reparatur Um eine „Referenz“-Videosequenz zu haben, hatte ich am 05.07.2025 um 13:56 Uhr (wie man dem Dateinamen entnehmen kann...) beim WDR eine kurze Aufnahme auf einem USB-Stick aufgenommen (auch im Vorschaubild kann man bereits den Farbfehler deutlich wahrnehmen):

Nach dem Öffnen des TV musste ich noch das Abschirmblech des T-Con-Boards abschrauben, so dann lag das T-Con-Board vor mir. Das obere Flachbandkabel führt vom Mainboad ins T-Con-Board und die beiden unteren Flachbandkabel versorgen die beiden Panels (also den von vorne sichtbaren Bildschirm). Der Pfeil markiert den Gamma-Chip:


Hier sehen wir den in Verdacht stehenden Gamma-Chip (AS15-U) mit seinen insgesamt 48 „Beinchen“ nochmals genauer. Ersatz war für rd. 5 Euro schnell in China bestellt::

In einem YouTube-Video erhielt ich die Information, dass man einen Defekt im Gamma-Chip an den gelb umrahmten Prüfpunkten nachmessen könne.
Von links nach rechts sollte sich die Spannung jeweils verringern; sobald ein Wert zwischendurch wieder höher wird, sei der Chip defekt:

Und tatsächlich stellte sich nach diesen Vorgaben heraus, dass am Prüfpunkt VG8 eine Spannung von Null (0,0 V) anlag. Dort sollte ein Wert zwischen 10,96 V und 7,87 V anliegen. Damit war klar, dass tatsächlich der Chip seinen Geist aufgegeben hatte.

Als nach einiger Zeit endlich der Ersatz-Chip eingetroffen war, musste zunächst der defekt Chip von der Platine herunter. Leichter gesagt als getan! So einen 48-Füßling (der übrigens zur Wärmeableitung auch noch unterhalb auf die Platine gelötet ist - das kann man nach dem Lösen des alten Chips auf dem Foto gut erkennen) kann man mit einer Entlötstation oder gar mit einem klassischen Lötkolben unmöglich vom Board ablöten! Hier war also SMD-Löten angesagt, womit ich bislang überhaupt keine Erfahrung hatte. Wie man auf dem Foto aber unschwer erkennen kann, habe ich den defekten Chip mittels einer Heißluft-Lötstation (der bläst schlicht etwa 350 C° heiße Luft auf das Bauteil bis sich das Lötzinn überall in dem Bereich verflüssigt und der Chip abgenommen werden kann) erfolgreich entfernen können:

Umgekehrt wird natürlich auch ein „Schuh 'draus“: Zunächst wird SMD-Lötpaste auf die Kontakte der Platine gegeben (siehe vorheriges Foto), dann wird der Chip darauf gesetzt und mit heißer Luft wird die Paste dann verflüssigt und der Chip ist wieder festgelötet:

Nachdem ich mit dem normalen Lötkolben noch einige durch das Lot verursachte Kurzschlüsse „weggelötet“ hatte und die Platine wieder eingebaut (und mit dem Abschirmblech versehen war) ging es an den ersten Test. Der verlief aber alles andere als erfreulich, denn der selbe Farbfehler bestand nach wie vor! F**K!

Offenbar war der Gamma-Chip doch nicht der Übeltäter und die ganze Arbeit war umsonst. Ich habe zunächst nochmal alle Flachbandkabel mit Kontaktspray behandelt (auf dem Foto sieht man die gelösten Kabel zu den Panels), aber auch das brachte keinen Erfolg, obwohl die Messungen an den Prüfpunkten vielversprechend waren (VG8 hatte nun 4,311 V - aber das war ja immernoch zu wenig, wenn etwa 10 V dort messbar sein sollten).


Es musste also irgendetwas anderes auf dem Board kaputt sein und ich war nun in der Situation der heutigen Reparaturwerkstätten:
einfach mal das gesamt T-Con-Board tauschen ('drauf 'rum löten kostet nur Zeit und Geld)! Das war zwar nicht mein Anspruch, denn ich wollte ja wirklich nur das defekte Bauteil tauschen (und wäre mit 5 Euro dabei gewesen). Aber eine weitere Überprüfung der Bauteile auf dem Board geht über meine Kenntnisse und Möglichkeiten hinaus. Es musste also ein „neues“ T-Con-Board für den B650 her!

Tatsächlich kann man diese auch heute noch käuflich erwerben, das kostet mit Versand dann aber über 60 Euro oder mehr (wenn es aus Deutschland oder Europa kommen soll und nicht aus China). Für 40 Euro hatte ich zwischenzeitlich über den Kleinanzeigenmarkt ein abgespecktes „Schwestermodell“ (C650) in der Nähe erwerben können. Ein komplettes gebrauchtes TV war also deutlich preiswerter als nur das T-Con-Board. Puh!

Dennoch war mein Ehrgeiz geweckt und ich wollte „mein altes Schätzchen“ wieder repariert wissen. Und ich hatte wirklich Glück: In den Kleinanzeigen fand ich zufällig ein erst kürzlich angebotenes und 100% passendes / identisches T-Con-Board (T370HW02 - 37T04-C0J) für 25 Euro inkl. Versand!

Hier sehen wir beide T-Con-Boards auf dem Tisch (alt oben / neu unten):

Nach dem Austausch des Boards war der Fehler tatsächlich behoben und das Vorschaubild sieht wieder gut aus (darunter nochmal das Vergleichsfoto):

Viel ist nicht 'drin in so einem LCD-TV: links das Motherboard (mit den Anschlüssen), unten das T-Con-Board (jetzt unter dem Abschirmblech) und rechts die Netzteilplatine. Zwischen den Lautsprechern befindet sich die Platine mit dem Empfangsteil der Fernbedienung.

Die Freude währte allerdings nicht lange! Nachdem ich das T-Con-Board nochmal zugänglich gemacht hatte, um die Spannungen an den Prüfpunkten zu messen, und alles wieder zusammengebaut hatte, trat der selbe Fehler erneut auf! Die gemessenen Spannungen waren schön absteigend messbar; aber an den Testpunkten VG19 & VG21 war die Spannung mit 2,78 V und 0,62 V zu niedrig!

Also war/ist das T-Con-Borad womöglich gar nicht an der falschen Farbdarstellung beteiligt? Wahrscheinlich!

Nun rückte also der Fokus auf das Motherboard. Auch dieses gibt es für teures Geld noch (gebraucht) zu kaufen. Nachdem ich aber nun schon 30 Euro in den Fernseher „versenkt“ hatte, schwand meine Bereitschaft, nun nochmal fast 100 Euro zu investieren.

Zunächst habe ich also alle Bauteile „abklopft“ um so evtl. kalte Lötstellen zu finden. Das brachte aber keinen Erfolg. Und so habe ich in meiner Verzweifelung mal „Chat GPT“ gefragt, was ich noch machen könnte! Die KI riet mir, mal ins für den Normalanwender versteckte Service-Menü zu gehen und dort ein paar Werte zum Weißabgleich und der Farbsättigung zu justieren.

Mit der Tastenkombination „INFO -> MENU -> MUTE -> POWER“ gelangte ich in das Service-Menü. Selbst das sah mit dem Farbfehler „graunvoll“ aus (hier bin ich schon in einem Untermenü unterwegs):

Eine Verringerung des R-Gain (480) brachte aber keine Verbesserung (es wurde nur das Bild dunkler). Als ich jedoch R-Offset (518) verstellen wollte (wohlgemerkt „wollte“, ich habe nämlich tatsächlich gar nichts gemacht!) flackerte plötzlich das Bild (es kam mir vor als würde die Farbe „heraufgedimmt“) und das Bild sah wieder „farbenfroh“ aus:

Ich habe keine Ahnung, was da passiert ist! Jedenfalls war auch das Bild der Referenz-Videosequenz einwandfrei:

Hier noch mal zum Vergleich die „Ausgangslage“:


Im Service-Menü kann man auch schön nachlesen, dass das Display zum Zeitpunkt der Fotoaufnahme bereits 26.698 Stunden in Betrieb war(in den 16 Jahren war er also „nur“ knapp 3 Jahre in Betrieb):

Und im Startmenü des Service-Menüs steht das Herstellungsdatum (30.06.2009):

Dass sich der Fehler während des laufenden Betriebes von allein „ausschleicht“ deutet natürlich auf eine klassische kalte Lötstelle hin. Ich habe das Gerät also ausgeschaltet und nach Erkalten der Bauteile (ca. 6 Stunden nach dem Ausschalten) wieder eingeschaltet. Das Bild war aber weiterhin einwandfrei. Auch nachdem das Gerät über Nacht komplett vom Netz getrennt war, präsentierte er nach dem Einschalten erneut ein einwandfreies Bild (so wie es ja auch sein sollte). Ich habe dennoch (noch) keine Erklärung, was nun die Ursache war oder evtl. noch ist. Ich fürchte, der Fehler kehrt nochmals zurück...

Ich lasse das Gerät erstmal im Keller noch ein paar Stunden laufen und werde das eine Zeit beobachten. Derzeit lautet der Status dennoch erstmal vorsichtig: „Repariert“

 

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